
3.04.2025Rollladenschrank von Klaus Vogt
Nonkonformismus prägte Klaus Vogts Schaffen von Beginn weg. Schon seine Ausbildung zum Bootsbauer dürfte für einen Möbeldesigner und Architekten eher ungewöhnlich sein. Beschert hat der Schweiz eine Reihe wegweisender Entwürfe, die in einer Zeit des Umbruchs zwischen Moderne und Nachmoderne entstanden und dabei nicht einfach Statements gegen die moderne Formdoktrin sein wollten, sondern brauchbare Alternativen boten. Sein Haus – im Innern ein Rohbau, bei dem sich alle Masse aus dem Format eines einzelnen Mauersteins ableiteten – war die Grundlage für eine ganze Siedlung, die gemeinschaftliche, vom Kollektiv geprägte Wohnformen vorwegnahm. Die gute Stube der Vogts zierte in den 1970er Jahren das Cover der Zeitschrift „Ideales Heim“: Unverputzte Mauern, ein Stuhlsammelsurium aus der Brockenstube, statt eines Sofas ein riesiger dreidimensionaler Teppich und mittendrin die Splügen-Leuchte von Achille Castiglioni und selbst entworfene Schränke. Dass nicht allen diese neue gute Schweizer Stube gefiel, versteht sich von selbst. Jahre später fanden manche Stücke doch den Weg in konventionellere Einrichrichtungen. So etwa die Rollladenschrank-Serie, die von Thut Möbel quasi in Nachbarschaft zum Eigenheim der Vogts gefertigt und dann in Basel und Zürich bei Wohnbedarf verkauft wurden. Dazu gehört auch dieser in gebrochenem Weiss lackierte praktische schmale Schrank mit verstellbaren Tablaren, der in den 1980er Jahren gekauft wurde. Höhe 199cm, Breite 51.5cm , Tiefe 45cm. CHF 700.– (RESERVIERT)