LC4 Liege von Perriand, Jeanneret und Le Corbusier
 

1.04.2025LC4 Liege von Perriand, Jeanneret und Le Corbusier

Vergleicht man die beiden Liegen – die LC4 von 1928 und den Surrepos von 1924 – mag man kaum glauben, dass letzterer das Vorbild für die vermutlich berühmteste Chaise Longue der Welt gewesen sein kann. Tatsächlich war denn auch eher das Konzept der „Ruhe-Maschine“ ausschlaggebend als die äussere Erscheinung. Ein französischer Arzt hatte sie ersonnen: Ein Sessel mit ausfahrbarem Fussteil und einer Seitenlehne, die man wie eine Autotür öffnen könnte, um „in“ den Sessel einzusteigen. Das ganze wurde von einem massiven Fuss getragen und konnte per Handrad in verschiedene Sitz- und Liegepositionen gekippt werden.
Charlotte Perriand, Pierre Jeanneret und Le Corbusier übersetzten das multifunktionale Monstrum in ihre eigene moderne Formsprache. Auf einem aus Flugzeugstahlprofilen gefertigten Gestell lagerte nun das verstellbare Stahlrohrkreissegment mit eingespannter Liegefläche mit Auflage aus Fell oder Leder. Trotz der vergleichsweise einfachen Konstruktion, die 1929 das erste Mal am Salon d’Automn in Paris gezeigt wurde, war die Liege eine kostspielige Angelegenheit. Bei Embru, das die Thonet-Lizenz für die Produktion der Liege in den 1930er Jahren erworben hatte, war die Chaise Longue mit Abstand das teuerste Möbel im Katalog. Entsprechend gering blieben die Stückzahlen. Nach einer leicht abgewandelten Variante, die durch Wohnbedarf in den 1950er Jahren vertrieben wurde und der Reedition von Heidi Weber, war es dann die Firma Cassina, die die Rechte an der Produktion übernahm und vom Interesse an den modernen Klassikern profitierte.
Die hier angebotene Liege im klassischen schwarzen Leder wurde 1990 gekauft und ist nach wie vor in gutem Zustand. CHF 2000.–